PGT-A bei wiederholten Fehlgeburten: Chancen, Risiken und aktuelle Studienlage

Euploide Embryonen nach Alter

Einleitung

Wiederholte Fehlgeburten sind für viele Paare eine große emotionale Belastung. Oft bleibt die Ursache trotz umfangreicher Untersuchungen unklar. Eine mögliche Erklärung sind Chromosomenstörungen im Embryo, die eine normale Entwicklung verhindern.

Moderne Methoden wie die Präimplantationsdiagnostik (PGT-A) sollen helfen, gesunde Embryonen auszuwählen. Doch wie sinnvoll ist diese Methode wirklich? Eine aktuelle wissenschaftliche Analyse gibt Antworten.


🔬 Was ist PGT-A und wie funktioniert es?

Die Präimplantationsdiagnostik für Aneuploidien (PGT-A) wird im Rahmen einer IVF-Behandlung durchgeführt.

Dabei gilt:

  • Embryonen entstehen im Labor
  • Eine kleine Zellprobe wird entnommen
  • Die Chromosomen werden genetisch untersucht
  • Nur genetisch unauffällige Embryonen werden eingesetzt

👉 Ziel: Fehlgeburten vermeiden und die Schwangerschaftschancen verbessern


📊 Was sagt die aktuelle Studie?

Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse hat untersucht, ob PGT-A bei Frauen mit unerklärten wiederholten Fehlgeburten sinnvoll ist.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

✔️ Weniger Fehlgeburten

PGT-A kann das Risiko für erneute Fehlgeburten reduzieren.
Grund: Embryonen mit Chromosomenfehlern werden vor dem Transfer erkannt.


✔️ Keine klare Steigerung der Lebendgeburtenrate

Die Studien zeigen keinen eindeutigen Vorteil in Bezug auf die Gesamtzahl der geborenen Kinder.

👉 Das bedeutet:
PGT-A erhöht nicht automatisch die Wahrscheinlichkeit, ein Baby zu bekommen.


✔️ Schnellere erfolgreiche Schwangerschaft möglich

Einige Daten deuten darauf hin, dass Paare schneller zum Erfolg kommen können, da weniger Fehlversuche auftreten.


⚠️ Eingeschränkte Studienqualität

Viele der analysierten Studien sind klein oder methodisch unterschiedlich.

👉 Fazit:
Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber nicht eindeutig bewiesen


⚖️ Vorteile und Nachteile von PGT-A

✅ Vorteile

  • Reduziertes Fehlgeburtsrisiko
  • Weniger emotionale Belastung
  • Schnellere erfolgreiche Schwangerschaft möglich

⚠️ Nachteile

  • Keine sichere Erhöhung der Lebendgeburtenrate
  • Zusätzliche Kosten
  • IVF notwendig
  • Medizinischer Eingriff am Embryo

👩‍⚕️ Für wen ist PGT-A sinnvoll?

PGT-A kann besonders in folgenden Fällen erwogen werden:

  • Wiederholte Fehlgeburten ohne klare Ursache
  • Höheres Alter der Frau
  • Bereits geplante IVF-Behandlung

👉 Wichtig:
Die Entscheidung sollte immer individuell und ärztlich begleitet getroffen werden.


🧠 Fazit

PGT-A ist eine vielversprechende Methode, um Fehlgeburten zu reduzieren, insbesondere bei genetischen Ursachen. Dennoch gibt es aktuell keinen klaren Beweis, dass sich die Chance auf ein Kind insgesamt erhöht.

👉 Für Patientinnen bedeutet das:
Eine sorgfältige Beratung ist entscheidend, um Nutzen und Risiken individuell abzuwägen.


💡 Patienten-Tipp

Wenn Sie mehrere Fehlgeburten erlebt haben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über genetische Ursachen und moderne Behandlungsmöglichkeiten.

Sie sind nicht allein – und es gibt Wege, Ihre Chancen zu verbessern.

Dr. Peet, 31.03.2026

Quellen:

Preimplantation genetic testing for aneuploidy in unexplained recurrent pregnancy loss: a systematic review and meta-analysis

Sezcan Mumusoglu 1Savci Bekir Telek 2Baris Ata 3

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