
Einleitung
Für viele Paare mit unerfülltem Kinderwunsch kann die künstliche Befruchtung (IVF) ein Hoffnungsschimmer sein. Doch manchmal bleiben die Chancen trotz moderner Methoden begrenzt. Eine experimentelle Methode, die in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen hat, ist PRP – plättchenreiches Plasma.
Doch was genau ist PRP, wie funktioniert es und wie hoch sind die Chancen, dass es tatsächlich den IVF-Erfolg steigert?
Was ist PRP?
PRP steht für Platelet-Rich Plasma – also Blutplasma mit hoher Konzentration an Blutplättchen. Diese Thrombozyten enthalten Wachstumsfaktoren, die die Heilung und Regeneration von Gewebe fördern können.
In der Kinderwunschmedizin wird PRP z. B. in die Gebärmutter oder die Eierstöcke eingebracht, mit dem Ziel:
- die Gebärmutterschleimhaut zu verbessern
- die Eizellqualität zu unterstützen
- die Einnistung eines Embryos zu fördern
Was sagt die Forschung?
Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt:
- Die Studienlage zu PRP bei Kinderwunsch ist noch sehr begrenzt
- Ergebnisse sind uneinheitlich und teils widersprüchlich
- Es ist nicht klar belegt, dass PRP die Schwangerschafts- oder Geburtenrate verbessert
- Zu Risiken und Nebenwirkungen gibt es wenig verlässliche Daten
Für wen könnte PRP interessant sein?
PRP wird häufig angeboten bei Patientinnen mit:
- wiederholtem Implantationsversagen
- dünner Gebärmutterschleimhaut
- eingeschränkter Eizellreserve
Wichtig: Auch in diesen Fällen gibt es keine Standardempfehlung, da belastbare Studien fehlen.
Vorteile und Nachteile von PRP
Mögliche Vorteile
- Verwendung von körpereigenem Material
- relativ einfaches Verfahren
- theoretische regenerative Wirkung
Mögliche Nachteile
- Wirksamkeit nicht nachgewiesen
- Kostenintensiv (oft Selbstzahlerleistung)
- Langzeitrisiken unklar
Fazit
PRP bei Kinderwunsch ist eine spannende, aber experimentelle Methode. Es gibt noch keine gesicherten Belege, dass die Behandlung den IVF-Erfolg deutlich verbessert.
👉 Patientinnen sollten sich immer individuell beraten lassen und mögliche Chancen und Risiken abwägen, bevor sie eine PRP-Behandlung in Anspruch nehmen.
Dr.Peet 25.02.2026
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